Reges Interesse an Flächen für PV-Freiflächenanlagen

Zehn Projektentwickler haben gegenüber der Gemeindeverwaltung ihr Interesse signalisiert, die vom Gemeinderat für diese Nutzung freigegebenen Gemeindeflächen zu pachten und darauf PV-Freiflächenanlagen zu errichten. Bis zu 4.000 € pro Hektar stehen als Mindestpacht im Raum. Geplant ist nun, dass der Gemeinderat bis zur Sommerpause eine Festlegung trifft, mit welchem Projektentwickler eine Zusammenarbeit erfolgt.

Mit einer regionalen Planungsoffensive möchte das Land Baden-Württemberg den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranbringen. Das Ziel, mindestens zwei Prozent der Landesflächen für Windkraftanlagen und Freiflächen-Photovoltaikanlagen zu sichern, so so schnell wie möglich erreicht werden – auch um die Abhängigkeit von ausländischen Energielieferanten langsam aber stetig zu reduzieren.

Im Geisinger und im Tigerfelder Hart kann die Gemeinde größere, zusammenhängende Flächen für die Erzeugung erneuerbarer Energien anbieten.

„Die Diskussion um die Vorranggebiete für Windenergie im Regionalverband haben gezeigt, dass wir als Gemeinden gut daran tun, selbst frühzeitig entsprechende Planungen auf den Weg zu bringen – und nicht auf das zu warten, was uns von oben vorgegeben wird“ verdeutlicht Bürgermeister Reinhold Teufel das Ansinnen der Gemeinde. „Wenn wir das 2%-Ziel in Pfronstetten einhalten wollen, müssen wir bei rund 5.400 ha Markungsfläche mindestens 100 Hektar für die Erneuerbaren Energien vorhalten. Die 20 Hektar, die vom Gemeinderat beschlossen wurden, sind also nur ein erster Schritt, aber schon heute zeigt sich auch, das auch private Grundstückseigentümer durchaus interessiert sind“. Eine Untersuchung des Regionalverbands hat ergeben, dass im Gemeindegebiet hierfür durchaus erhebliche Potenziale vorhanden sind.

Welche Form der Energieerzeugung für eine landwirtschaftlich geprägte Energieerzeugung die bessere ist, wird kontrovers diskutiert. Klar ist: Die Gemeinde wird von sich aus keine eigenen Flächen für die Projektierung von Windenergieanlagen freigeben oder Projektentwickler darauf ansprechen. „Wir waren uns im Gemeinderat aber auch einig, dass wir Optionen auf eigenen Flächen prüfen, wenn andere Grundstückseigentümer – ob nun das Land oder die örtlichen Holzgerechtigkeiten – auf angrenzenden Flächen Planungen einleiten“. Nachdem ein Windrad auf einer 0,5 Hektar großen, bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche effizienter wäre als eine vielfach größere PV-Freiflächenanlage, wäre es durchaus überlegenswert , das Gewicht etwas zu verschieben – „wenn vor Ort hierfür die notwendige mehrheitliche Akzeptanz dafür erkennbar ist, dass dann eben an einer Stelle beispielsweise vier statt drei Windkraftanlagen kommen“ schränkt der Bürgermeister ein.

Ein Hauptkriterium bei der Auswahl des Projektpartners wird sein, dass auch die Bürgerinnen und Bürger vor Ort die Möglichkeit erhalten, in solche Projekte zu investieren. „Auch wenn die Zinsen vermutlich bald wieder aus dem Negativbereich herauskommen, angesichts der aktuellen Inflationsraten wäre dies eine gute Möglichkeit, der schleichenden Geldentwertung entgegenzuwirken“. Erfreulicherweise haben alle interessierten Projektentwickler signalisiert, dass sie eine solche Möglichkeit anbieten würden.

„Wichtig für uns ist auch, dass konstruktiv geprüft wird, ob Anlagen auf Privatflächen die zur Anbindung an das Stromnetz notwendige neue Stromtrasse gegen entsprechende Kostenbeteiligung mitbenutzen können. Wenn jeder seine eigene Trasse bauen müsste, würde das sicher nicht klappen“ ergänzt Reinhold Teufel. Bisher haben sich acht private Grundstücksbesitzer bei der Gemeinde gemeldet, die Anlagen auf eigenen Flächen erwägen, dieser sollen dann zeitnah zu einem „runden Tisch“ eingeladen werden, um hier möglichst koordiniert vorgehen zu können.

„Die Argumente für den Ausbau der erneuerbaren Energien werden immer mehr: Nicht nur der Klimaschutz, auch die Sicherstellung unserer Energieversorgung und nicht zuletzt auch die Möglichkeit einer nicht unerheblichen Wertschöpfung durch die Gemeinde, die Holzgerechtigkeiten und die privaten Grundstückseigentümer vor Ort weisen in diese Richtung. Eigentlich könnten wir es den kommenden Generationen nur schwer vermitteln, wenn wir angesichts dieser Zeichen die Zukunft nicht offensiv angehen würden!“.