Grünes Licht für Solarpark Enetsfeld

Östlich von Aichstetten, umrahmt von Waldflächen, soll der erste Solarpark im Gemeindegebiet entstehen. Elmar Buck aus Aichstetten stellte sein Projekt im Gemeinderat vor, der Aufstellungsbeschluss für den notwendigen Bebauungsplan wurde einstimmig gefasst.

Der Gesetzgeber strebt an, den Anteil aus erneuerbaren Energien erzeugten Stromes bis zum Jahr 2045 auf mindestens 100 % (bis zum Jahr 2025 auf 40 bis 45 %, bis zum Jahr 2030 auf 65 %) zu erhöhen. Damit soll ein Beitrag zu den im Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg verankerten Klimaschutzzielen geleistet und die Abhängigkeit von aus dem Ausland bezogenen fossilen Energiequellen reduziert werden. Vor allem der Anteil der Photovoltaik an der Bruttostromerzeugung soll erhöht werden, gleichzeitig sollen die Interessen der Landwirtschaft und des Natur- und Landschaftsschutzes gewahrt werden. Aufgrund der Freiflächenöffnungsverordnung kommen in Baden-Württemberg hierfür vermehrt Acker- und Grünlandflächen in sogenannten „benachteiligen, landwirtschaftlichen Gebieten“ in Betracht. Die Gemeinde Pfronstetten liegt komplett innerhalb dieses Gebietes. Dem Gemeinderat obliegt es, durch seine Abwägung im Rahmen von Bebauungsplanverfahrens in diesem Interessenskonflikt zwischen der Förderung regenerativer Energien und den berechtigten Interessen der Landwirtschaft zu entscheiden.

Im Juni hat der Gemeinderat beschlossen, für die Abwägung in dieser Frage zunächst einmal keine verbindlichen Kriterien zu beschließen, sondern vielmehr bis auf weiteres jeden Einzelfall konkret zu beurteilen. Mit dem Bebauungsplan „Solarpark Enetsfeld“ stand nun in Aichstetten der erste entsprechende Vorgang zur Beurteilung an. Der ca. 6,6 ha große geplante Geltungsbereich liegt ca. 1,5 km östlich der nächstgelegenen Wohnbebauung in Aichstetten und ca. 550 m westlich des Georgenhofes auf der Gemarkung Aichstetten. Der Projektträger, Elmar Buck aus Aichstetten nahm an der Sitzung teil und erläuterte sein Projekt zusammen mit Martin Sommer von der Ulmer Firma Energiewerk. Demnach soll in einem ersten Bauabschnitt nur eine Teilfläche tatsächlich auch mit Modulen belegt werden – mehr Einspeisung lasse die aktuelle Leitungssituation in Aichstetten nicht zu. Sollte sich hier etwas ändern, könnte dann über eine weitergehende Belegung nachgedacht werden.

Die Konfliktlinien liegen landauf landab auf derselben Linie: Ernährungssicherung und Landschaftsbild auf der einen, umweltfreundliche Energieerzeugung und Wertschöpfungsmöglichkeit für die Flächeneigentümer auf der anderen Seite. „In diese Diskussion wird von beiden Seiten viel Ideologie gepackt“ machte Bürgermeister Reinhold Teufel deutlich, „ehrlicherweise muss man eingestehen, dass solche Projekte in unserer Gemeinde, wo die Ertragskraft der Böden geringer ist als im Donautal und der Tourismus bei weitem nicht die Bedeutung hat wie im Lautertal, besser aufgehoben sind“. Gleichwohl müsse man als Träger der Planungshoheit schon auch darauf achten, dass die Entwicklung nicht aus dem Ruder laufe. Insofern sei die vom Gemeinderat angestrebte Beurteilung jedes Einzelfalls bis auf weiteres einen gangbaren Weg dar.

Jeder Einzelfall hat so auch seine Tücken: Nachdem in Aichstetten die Flurbereinigung läuft, muss beim Zuschnitt des Plangebiets darauf geachtet werden, dass die im Verfahren umgesetzte ordnungsgemäße Erschließung aller Grundstücke auch dann funktioniert, wenn die Anlagen in 20 oder 30 Jahren wieder abgebaut werden. Hier laufen entsprechende Gespräche mit dem Flurbereinigungsamt.

Insgesamt betrachtet wurde das Projekt vom Gemeinderat aber als unkritisch eingestuft, der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens wurde zugestimmt. „Das wird ganz sicher nicht das letzte und vor allem nicht das größte Projekt dieser Art sein, das uns in nächster Zeit auf den Ratstisch kommt“ prophezeite Bürgermeister Reinhold Teufel.