Gemeinde bleibt energieautark

Auch 2019 wurde in der Gemeinde Pfronstetten deutlich mehr Strom erzeugt als verbraucht. Der Netzbetreiber Netze BW hat nun die entsprechenden Zahlen vorgelegt.

4.684 Megawattstunden wurden im Jahr 2019 in der Gemeinde abgenommen, das ist geringfügig weniger als im Vorjahr (4.771 MWh). Erzeugt wurden 14.722 MWh, auch dieser Wert liegt etwas unter dem Vorjahresergebnis.

Der Löwenanteil des erzeugten Stroms, nämlich knapp 70%, kommt aus den örtlichen Biogasanlagen. Mit den erzeugten 4.684 MWh konnten die überwiegend privaten PV-Anlagen in der Gemeinde aber immerhin 95% der verbrauchten Strommenge erzeugen.

„Ob jetzt in der Mobilität alles auf E-Fahrzeuge umgestellt wird oder auch nur ein Teil – der Strombedarf wird in den nächsten Jahren auf jeden Fall steigen“ ist sich Bürgermeister Reinhold Teufel sicher. „Nachdem wir bereits eindrucksvoll beweisen, dass wir in der Gemeinde Strom erzeugen können, sollten wir diesen Weg weitergehen“. Hier sei insbesondere an die Photovoltaik zu denken, die erwiesenermaßen gute Erträge erbringt.

„Wir müssen hier die befürchtete Konfliktsituation zwischen Landwirtschaft und Energieerzeugung von vorneherein auflösen. Beispielsweise dadurch, dass wir als Gemeinde die tierhaltenden Betrieben bei der Neuverpachtung der landwirtschaftlichen Flächen im Jahr 2022 bevorzugt behandeln“, so Teufel. Ob und in welchem Umfang private Grundstückseigentümer Flächen für eine solche Nutzung zur Verfügung stellen, könne die Gemeinde nicht steuern. „Allerdings werden wir darauf achten, dass das Landschaftsbild nicht zu sehr eingeschränkt wird. Im Unterschied zur Windenergie können wir das auch, denn für jede Anlage im Außenbereich ist ein Bebauungsplan erforderlich“.

Chancen bietet die solare Energieerzeugung auch für Nebenerwerbsbetriebe, die sich bisher auf Ackerbau und Grünlandbewirtschaftung spezialisiert haben. Mit den hierfür eingesetzten Gerätschaften kann oftmals auch die jährliche Pflege der Grünflächen unter den Solaranlagen als Dienstleistung durchgeführt werden.