Sachstand beim Nahwärmenetz Pfronstetten

Im Rahmen der jüngsten Sitzung informierte Bürgermeister Reinhold Teufel den Gemeinderat über den aktuellen Stand bei diesem Projekt.

Die Baufreigabe des Landes als Zuschussgebers gestaltet sich als Geduldsspiel. Ursprünglich für Ende Mai angekündigt, liegt die sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung für das Förderprogramm „VwV energieeffiziente Wärmenetze“ noch immer nicht vor. Das bearbeitende Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist wohl personell überlastet. Parallel dazu wird eine Förderung aus dem Programm Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beantragt. Hier muss dann keine Baufreigabe abgewartet werden. Insgesamt rechnet die Gemeinde damit, die der Kalkulation zugrundeliegende Förderquote von 40-45% so zu erreichen.

Die Wirtschaftlichkeit der Nahwärme hat sich in den zurückliegenden Monaten ohne Zutun der Gemeinde drastisch verbessert: Durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind die Energiepreise so explodiert, dass sich der Kostenvorteil Nahwärme gegenüber Öl und Gas weiter verbessert hat. Und speziell für Gebäudeeigentümer, die in den nächsten Jahren ihre Heizung erneuern müssen, gewinnt die Nahwärme durch eine weitere Entscheidung der Regierungskoalition im Bund an Bedeutung: Schon ab 2024 muss eine neue Heizung – auch im Falle einer Erneuerung – einen Anteil von 65% regenerativer Energie aufweisen. Faktisch wird dies nur über eine Holzheizung (Pellet, Hackschnitzel oder Scheitholz) oder über eine Wärmepumpe möglich sein. In diesen Fällen dürften die Investitions- wie auch die Betriebskosten deutlich über denen der Nahwärme liegen.

Die Gemeindeverwaltung ist nach wie vor zuversichtlich, in diesem Jahr den ersten Teilabschnitt rund um den Bereich Schule – Albhalle – Kindergarten realisieren zu können. Als Wärmequelle wurden drei Container-Heizanlagen auf Hackschnitzelbasis ab November reserviert, diese werden von der örtlichen Firma CSP montiert und über einen Partner vertrieben. Im kommenden Jahr soll dann der erste Bauabschnitt zu Ende gebaut und die künftige feste Heizzentrale am östlichen Ortsrand gebaut werden, 2024 geht es an den zweiten Bauabschnitt.