Bürgerversammlung zur Windenergie in Aichelau

So ungefähr kann es vielleicht in ein paar Jahren aussehen, wenn man von der Ortslage Aichelau in nördliche Richtung blickt. In der Bürgerversammlung am vergangenen Donnerstag wurde die Absicht von Gemeinde und Holzgerechtigkeit Aichelau, den Bereich „Hausberg“ als Konzentrationszone für Windenergieanlagen auszuweisen und gemeinsam mit der Firma wpd in die Projektierungsphase einzusteigen, positiv aufgenommen. Schon seit längerer Zeit laufen Überlegungen in diese Richtung, bei mehreren vorangegangenen Bürgerversammlungen hatten die Aichelauer Einwohner signalisiert, dass sie mit einem solchen Projekt leben können. Aus diesem Grund haben die von der Holzgerechtigkeit und dem Gemeinderat berufenen Mitglieder des Lenkungskreises Gespräche mit in Frage kommenden Projektentwicklern geführt. Vorschlag des Lenkungskreises ist es nun, den Weg hin zum eventuellen „Windpark Aichelau“ gemeinsam mit der Firma wpd onshore GmbH & Co. KG aus Bietigheim-Bissingen zu gehen.

Vor der abschließenden Entscheidung im Gemeinderat und in der Gesellschafterversammlung der Holzgerechtigkeit hatte die Firma wpd nun Gelegenheit, sich und das Projekt in einer weiteren Bürgerversammlung vorzustellen. Jörg Dürr-Pucher und Falco Engelfried von wpd informierten umfassend über ihr Unternehmen, das mit über 1.600 installierten Anlagen und in 18 Ländern aktiven 960 Mitarbeitern zu den Marktführern in Deutschland gehört. Auch die Anlagen in Münsingen und Wiesensteig wurden von wpd mitentwickelt.

Im Bereich „Hausberg“ wären in dem Bereich, der bisher vom Regionalverband Neckar Alb als Vorranggebiet angedacht ist, sieben Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 140 m möglich, davon vier auf dem Gebiet der Holzgerechtigkeit. Die Fachleute regten aber an, über eine Erweiterung dieser Zone nachzudenken, so dass insgesamt bis zu elf Anlagen denkbar wären. Die „optische Beeinträchtigung“, so die denn als solche wahrgenommen wird, wäre nicht wesentlich gravierender, gleichzeitig wäre aber die Wirtschaftlichkeit deutlich besser. Nachdem die Verpächter der in Anspruch genommenen Flächen bei einer besseren Wirtschaftlichkeit auch höhere Pachterträge erzielen können, würden – über die Holzgerechtigkeit – auch sehr viele Einwohner von Aichelau hierdurch profitieren.

Bürgermeister Reinhold Teufel wollte sich diesbezüglich noch nicht endgültig festlegen, zumal die Gemeinde über den vom Gemeindeverwaltungsverband zu erlassenden Flächennutzungsplan genau in dieser Frage das letzte Wort haben wird. Hier sollten zunächst die vorbereitenden Untersuchungen durchgeführt werden, sollten sich die Rahmenbedingungen dann als positiv darstellen, wäre eine solche Ausdehnung der Konzentrationszone aber durchaus denkbar. Dies vor allem auch deshalb, weil die anwesenden Bürger das Projekt sehr wohlwollend zur Kenntnis nahmen. Unstrittig war dabei, dass zur Realisierung der gesamtgesellschaftlich gewünschten Energiewende solche Anlagen notwendig sind. Und dass der im Raum stehende Standort, der in Nordrichtung liegt und über 1,5 km von der Ortslage entfernt ist, hierfür als geeignet angesehen wird. Den nächsten Schritt muss nun die Holzgerechtigkeit Aichelau tun: Wenn die Gesellschafterversammlung mit der erforderlichen Mehrheit dem Abschluss eines entsprechenden Pachtvertrags und damit der Bestellung einer beschränkt persönlichen Dienstbarkeit für den Bau der Anlagen zustimmt, kann in die konkrete Projektplanung eingestiegen werden. Dann muss auch festgelegt werden, welche zusätzlichen Bereiche mit in die Planung aufgenommen werden sollen. Gemeinde und wpd präferieren hierfür ein Flächenpool-Modell: Alle Grundstücke, die in dieser Zone liegen, sollen an den Pachterträgen beteiligt werden, also nicht nur diejenigen, auf denen tatsächlich eine Anlage stehen wird oder für die eine Baulast notwendig ist.

So berichtete die Lokalpresse über die Bürgerversammlung: