Gemeinde zahlt freiwilligen Beitrag in die Flurbereinigungsverfahren im Gemeindegebiet

Dieses Luftbild mit eingeblendeten Grundstücksgrenzen mach die Notwendigkeit der Flurbereinigung deutlich: Das bereits in den 1990er Jahren bereinigte Aichelau weist klare Grenzstrukturen auf, in den übrigen Ortsteilen sind die Flächen – abgesehen von den großen Waldbesitzungen – kleinteilig parzelliert.

Aktuell laufen in der Gemeinde Flurneuordnungsverfahren in den Bereichen Aichstetten / Tigerfeld und Geisingen / Huldstetten, im Bereich Pfronstetten soll ein weiteres Verfahren in Kürze angeordnet werden.

Nachdem das Landratsamt mitgeteilt hatte, dass die Gemeinden in nahezu allen Flurneuordnungsverfahren zur Erhöhung der Akzeptanz einen größeren freiwilligen Beitrag zur Senkung der Teilnehmerbeiträge bezahlen, hat der Gemeinderat bereits am 26.10.2022 beschlossen, dass die Gemeinde über ihren eigenen Teilnehmerbeitrag hinaus 20% der nicht durch Zuschüsse gedeckten Verfahrenskosten bezahlt.

Die Unterhaltung und Erhaltung des Feld- und Waldwegenetzes ist grundsätzlich eine Aufgabe der Gemeinde. Neben der eigentlichen Bedeutung für die Land- und Forstwirtschaft ist ein funktionierendes Wegenetz auch für die Freizeitgestaltung und Erholung der örtlichen Bevölkerung und Gästen von Bedeutung. Durch die Flurbereinigungsverfahren wird sich eine Neuordnung des Wegenetzes ergeben. Deshalb hat die Gemeindeverwaltung Instandhaltungsmaßnahmen in diesen Bereichen auf ein Mindestmaß reduziert.

Für das Verfahren Aichstetten / Tigerfeld (1.567 ha) wird mit Verfahrenskosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro geschätzt, für das Verfahren Geisingen / Huldstetten (1.379 ha) werden 4 Millionen Euro erwartet. In Kürze wird auch für Pfronstetten (1.040 ha) ein Flurbereinigungsverfahren angeordnet, hier sind die Verfahrenskosten noch nicht beziffert. Die Gemeindeverwaltung geht von einem Gesamtaufwand von rund 13 Millionen Euro auf, von dem das Land 80% und damit 10,4 Millionen Euro übernimmt. 2,6 Millionen Euro müssen von den Teilnehmern bezahlt werden, bei rund 4.000 Hektar Verfahrensgebiet wären das somit durchschnittlich 645 Euro pro Hektar. Durch den freiwilligen Zuschuss der Gemeinde kann dieser sogenannte Teilnehmerbeitrag von durchschnittlich um ca. 163 € pro Hektar auf durchschnittlich 482 € pro Hektar reduziert werden. „Damit leistet die Gemeinde einen spürbaren Beitrag zur Entlastung der Verfahrensbeteiligten“ merkt Bürgermeister Reinhold Teufel hierzu an. „nachdem die Gemeinde dem Vernehmen nach auch in das Verfahren Aichelau eigene Vermögenswerte eingebracht hat, ist die Kostenbeteiligung in den anderen Verfahrensgebieten vertretbar und geboten“. Nachdem in den einzelnen Verfahrensgebieten unterschiedliche Verfahrensstände gegeben sind, wird sich der Gesamtaufwand auf mehrere Haushaltsjahre verteilen und kann damit auch mit der gemeindlichen Finanzplanung in Einklang gebracht werden.