Jahresrückblick im Gemeinderat

Den Christbaum im Sitzungssaal des Rathauses sehen in diesem Jahr nur die Teilnehmer an Besprechungen. Der Gemeinderat tagt aus Pandemie-Gründen nach wie vor in der Albhalle

Zum Ende der letzten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats im Jahr 2021 blickt Bürgermeister Reinhold Teufel auf die letzten zwölf Monate zurück:

„Die wesentlichen Ereignisse im Gemeindegeschehen werden auch in diesem Jahr in einem gedruckten Jahresrückblick dargestellt. Daraus wird deutlich, dass auch in einer sogenannten pandemischen Lage das Leben in einer kleinen Gemeinde weitergeht.

In elf regulären Sitzungen hat der Gemeinderat 82 Tagesordnungspunkte öffentlich und 37 Tagesordnungspunkte nichtöffentlich behandelt. Diese Zahlen – in denen „Standardpunkte“ wie Mitteilungen, Bürgerfragestunde, Baugesuche und Verschiedenes nicht mitgezählt sind – machen nur unzureichend deutlich, wie viel Arbeit die Mitglieder des Gemeinderats hatten und wie viel Zeit in dieses Ehrenamt gesteckt werden muss, wenn man es ernsthaft betreibt.

Einen nicht zu kleinen Teil machen dabei Anliegen von Einwohnerinnen und Einwohnern aus. So wurden in diesem Jahr elf Bebauungsplanverfahren eingeleitet oder weitergeführt, speziell mit Änderungsverfahren werden meist Bauvorschriften so angepasst, dass ein konkretes Vorhaben ermöglicht wird. Nicht jede Gemeinde macht das und nicht jeder Gemeinderat ist in solchen Dingen so liberal wie das Pfronstetter Gremium. Wir sind sich aber darin einig, dass man den Menschen in der Gemeinde die Möglichkeit geben sollte, im Rahmen gewisser Grenzen ihre baulichen Vorstellungen auch realisieren zu können.

Direkt für die Menschen in der Gemeinde werden auch die allermeisten Bauvorhaben geplant und umgesetzt. Mit der Erweiterung des Kindergartens und der damit neu hinzugekommenen Kinderkrippe werden junge Familien von einem engagierten Erzieherinnen-Team dabei unterstützt, Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen. Die starke Inanspruchnahme der Angebote im Kindergarten, aber auch der rege Zuzug und vor allem Nicht-Wegzug junger Familien zeigt, dass die Gemeinde hier die richtigen Prioritäten setzt, um auch für die junge Generation attraktiv zu sein.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Wunderbuch-Grundschule zu sehen. Dort arbeitet ein motiviertes Lehrerkollegium, und für uns im Gemeinderat war es selbstverständlich, für die tolle Arbeit, die dort geleistet wird, auch eine bestmögliche Ausstattung zu bieten. Mit digitalen Endgeräten und modernen elektronischen Tafeln werden unsere Schüler dort auf das zunehmend digitalisierte Leben vorbereitet und dürfen gleichzeitig aber auch immer noch Kind sein – mit vielen Aktivitäten draußen und in der Natur. Und mit dem jetzt anstehenden Einbau einer Lüftungsanlage machen wir keinen Corona-Schnellschuss mit zweifelhaftem Nutzen, sondern sorgen dafür, dass die Kinder dauerhaft mit guter Luft an ihren Aufgaben tüfteln können.

Auch der gut vorankommende Neubau des Bauhofs ist ein Zeichen dafür, dass die Gemeinde für ihre Bürgerinnen und Bürger da sein möchte. Ob im Kindergarten, in der Schule, in den gemeindeeigenen Veranstaltungsräumen oder auf dem Friedhof: Überall wird sichtbar, wie ein leistungsfähiger Bauhof das Erscheinungsbild und die Möglichkeiten einer Gemeinde verbessern kann. Der jährliche Tätigkeitsbericht von Bauhofchef Roland Kurz zeigt dies jeweils in beeindruckender Weise. Da ist und bleibt es nur recht und billig, dass wir den Mitarbeitern auch akzeptable Arbeitsbedingungen bieten. Das neu aufgestellte Team zeigt immer wieder, dass die Investitionen in den Bauhof – ob ins Gebäude oder in den Fahrzeug- und Gerätebestand – gut angelegt sind.

Nicht immer wird die Arbeit im Gemeinderat so augenscheinlich wie dies bei Hochbauvorhaben der Fall ist. Oft geht es auch um eher trockene Angelegenheiten wie die im Januar beschlossene „Polizeiverordnung gegen umweltschädliches Verhalten, Belästigung der Allgemeinheit, zum Schutz der Grün- und Erholungsanlagen und über das Anbringen von Hausnummern“. Die Erfahrung zeigt aber, dass es auch und gerade solche Regelungen sind, die für das friedliche Zusammenleben im Dorf notwendig sind.

Auch Themen wie Wahlen, Entscheidungen über die Entwicklung gemeindlicher Einrichtungen wie der Backhäuser und der Friedhöfe und die Überlegungen darüber, wie wir als Gemeinde mit gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Klimawandel umgehen, sind letztendlich immer von der Bürgerschaft aus zu denken und betreffen diese auch manchmal sehr direkt. Nicht immer einfach sind solche Entscheidungen, wenn es um die Flurbereinigung, die Jagd oder wie zuletzt um die von der Bürgerschaft zu bezahlenden Gebühren geht. Es ist sehr erfreulich, dass es im Gremium auch in solchen Fragen stets um das Gemeinwesen insgesamt und eben nicht um Partikularinteressen geht. Und manchmal ist es auch ein weiter Weg, den wir im Gemeinderat gehen müssen, um von einer Problemstellung am Anfang zu einer zukunftsfähigen Entscheidung am Ende zu kommen. Die aktuell diskutierten Vorschläge des vor kurzem vorgestellten Feuerwehrbedarfsplans sind ein Beispiel hierfür.

Ich möchte mich deshalb sehr herzlich dafür bedanken, dass die vielen kleinen und großen Entscheidungen, die im Gemeinderat zu treffen sind, in aller Regel in großer Geschlossenheit möglich sind. Natürlich gab es auch strittige Entscheidungen, aber auch in diesen Fällen wurde sachlich diskutiert und die getroffenen Entscheidungen wurden und werden mitgetragen, dies ist ein Zeichen für das gute Arbeitsklima im Gremium. Angesichts der anstehenden Aufgaben stimmt dies zuversichtlich!

Mit einem gemeindlichen Nahwärmenetz in Pfronstetten betreten wir Neuland! An der Richtigkeit des Weges gibt es aber wenig Zweifel, zumal parallel auch Leitungen für Glasfaseranschlüsse in jedes Haus mitverlegt werden können. Und bei passender Gelegenheit und entsprechender Nachfrage wird es solche Überlegungen auch in anderen Ortsteilen geben.

Die Erschließung von Wohnbauland gewinnt zunehmend an Bedeutung. Nachdem im ablaufenden Jahr elf Bauplätze verkauft wurden, müssen neue Baumöglichkeiten gesucht, gefunden und geschaffen werden. Die Rahmenbedingungen hierfür sind denkbar schwierig: Neben dem Grunderwerb sind es vor allem die Auflagen der Raumordnung und des Naturschutzes, die solche Vorhaben hemmen. Und letztendlich können auch Kapazitätsengpässe bei Planungsbüros und Baufirmen dazu führen, dass Erschließungsmaßnahmen nicht oder nur mit Verzögerungen umgesetzt werden können, auch das mussten wir in diesem Jahr erleben.

Dank der Erträge aus der Gewerbesteuer konnten und können wir im Bereich der gemeindlichen Infrastruktur in vielen Bereichen Rückstände schneller aufholen, als dies zunächst geplant war. Neben der Erweiterung des Kindergartens und dem Bauhof-Neubau sind hier der nun endlich startende Neubau des Dorfgemeinschaftshauses für Aichelau und vor allem auch die Folgenutzung des ehemaligen Gasthauses Rose zu sehen.

Das Konzept „Tante M“ verspricht eine nachhaltige Verbesserung des Nahversorgungsangebots in der Gemeinde, dieses Projekt geniest deshalb auch in der Umsetzung oberste Priorität. Der neue Bürgersaal in der ehemaligen Rose und auch das Dorfgemeinschaftshaus in Aichelau werden dagegen erst im Laufe des Jahres 2023 in Betrieb gehen.

Gedanken werden wir uns machen, welche Infrastruktur wir künftig in Aichstetten vorhalten wollen. Ähnlich wie in Huldstetten würde es auch hier Sinn machen, alle kommunalen Einrichtungen unter einem Dach zu vereinen und so künftig nur noch ein Gebäude unterhalten zu müssen.

Über allem steht die Verpflichtung, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Gemeinde nicht zu gefährden. Das Rekordergebnis bei der Gewerbesteuer im Jahr 2018 hat uns in die Lage versetzt, die genannten, seit langem anstehenden Maßnahmen sehr schnell umzusetzen. Die hierfür und insgesamt anfallenden laufenden Kosten müssen wir aber aus unseren laufenden Einnahmen abdecken können! Das neue doppische Haushaltswesen macht uns das Verwaltungsleben zwar nicht einfacher, aber es zeigt sehr deutlich, dass es gerade auch die vermeintlich kleineren, aber eben stetigen Ausgaben sind, die man gut im Auge haben sollte.

Ebenso wichtig ist es, zusätzliche Einnahmemöglichkeiten zu finden! Diese ermöglichen es uns, die Infrastruktur zum Wohle der Bürgerschaft weiter auszubauen, ohne die Bürgerinnen und Bürger über Gebühr zusätzlich finanziell zu belasten. Im Umkehrschluss gilt aber auch, dass wir uns ohne die finanzielle Abdeckung nicht alles Wünschenswerte werden leisten können.

Wir hatten in der Vergangenheit immer ein sehr offenes und ehrliches Miteinander im Gemeinderat, hierfür möchte ich mich auch am Ende dieses Jahres herzlich bedanken! Damit können wir auch die Herausforderungen der Zukunft mutig angehen! Ein besonderer Dank gilt meinen Stellvertretern und meiner Stellvertreterin, die noch ein paar Termine mehr hatten, weil wir gewisse Dinge auch mal in kleiner Runde besprochen haben.

Die beste Zusammenarbeit auf politischer Ebene bringt aber nichts, wenn es dann an den Menschen klemmen würde, die für die Umsetzung verantwortlich sind. Wir haben gegenwärtig auf dem Rathaus und im Bauhof, aber auch insgesamt ein sehr motiviertes und leistungsfähiges Team. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen man oftmals schnell reagieren und neue Wege gehen muss, wird dies deutlich. Mir ist klar, dass hier oftmals mehr geleistet und vor allem mitgedacht wird, als dies durchschnittlich erwartet werden kann. Ich denke, dass ich auch im Namen des Gemeinderats all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – egal, an welcher Stelle sie auch tätig sind – an dieser Stelle sehr herzlich danken kann!

Vielen Dank auch den Vertretern der Presse, die stets interessiert und objektiv das Leben in unserer Gemeinde begleiten.

Ihnen allen und auch den Zuhörerinnen und Zuhörern möchte ich zum Schluss noch eine besinnliche Adventszeit, dann frohe Weihnachten und schließlich einen guten Rutsch in ein hoffentlich einfacher werdendes Jahr 2022 wünschen!

Um mit Karl Valentin zu sprechen:

‚Wenn die g’staade Zeit jetzt dann bald vorbei ist, wird es hoffentlich dann auch wieder etwas ruhiger!‘“

Bürgermeister-Stellvertreter Karlheinz Schultes dankte anschließend im Namen des Gemeinderats dem Bürgermeister, der Verwaltung und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde. Auch er lobte das gute Arbeitsklima im Gemeinderat, in dem es erlaubt und auch erwünscht ist, kritisch zu diskutieren – um letztlich die richtige Entscheidung zu treffen.