Landratsamt informiert über Flurneuordnung in Pfronstetten

Virtuell und online hat das Landratsamt Reutlingen über die Rahmenbedingungen einer möglichen Flurneuordnung im Ortsteil Pfronstetten informiert.

Der Leitende Fachbeamte Christian Kutterer informierte die über 40 Teilnehmer über Hintergründe und Verfahrenswege. Sowohl das Wegenetz wir auch der Zuschnitt der landwirtschaftlichen Nutzflächen sind in Pfronstetten alles andere als ideal. Zahlreiche Äcker sind unzureichend durch Grünwege erschlossen, die vielerorts vorhandenen Grünwege saugen sich mit Wasser voll und erschweren das Befahren. Dereinst in Schotterbauweise angelegte als Hauptwirtschaftswege wurden im Laufe der Zeit zu Grünwegen und stellen damit eine unzureichende Erschließung dar. Viele Wege sind zudem mit 2,50 m für die heutigen landwirtschaftliche Maschinen zu schmal, der Unterbau der Wege für heutige landwirtschaftliche Maschinen vielfach zu schwach. Zahlreiche Flurstücke haben keine gesicherte öffentliche Erschließung, Schläge haben keine optimale Form und sind mit Schlaglängen von 100 m bis 150 m für heutige Maschinen zu kurz. Viele, schlechte und zum Teil unübersichtliche Zufahrten auf die Bundesstraße bergen Unfallgefahren, zudem besteht keine Umfahrungsmöglichkeit um die Ortslage – damit fehlen auch entsprechende Spazierwege.

Projektingenieur Armin Schweizer erläuterte die geplante Abgrenzung des Verfahrensgebiets, die sich im wesentlichen an der Gemarkungsgrenze orientiert.

Die genannten Schwachpunkte können im Rahmen einer Flurbereinigung insbesondere durch die Modernisierung und Ausdünnen des Wegenetzes und die Verlängerung der Schläge beseitigt werden.

Attraktiv wird ein Verfahren speziell hinsichtlich des Wege(neu)baus durch die Förderung des Landes: Mit einem Zuschuss zwischen 71 und 80% werden hier übernommen, die Teilnehmergemeinschaft muss somit nur zwischen 20 und 29% der Kosten selbst tragen. Geschätzt werden Kosten von 8,85 € pro Ar. Die Bewirtschafter der Flächen profitieren anschließend von den besseren Arbeitsbedingungen und Grundstückseigentümer, die ihre Flächen nicht selbst bewirtschaften, erzielen in aller Regel höhere Pachterträge.

Zahlreiche online gestellten Fragen konnten beantwortet werden, in kürze werden dann auch individuelle Gesprächsangebote im Rathaus folgen, so dass die potenzielle Teilnehmergemeinschaft dann gut informiert in eine Aufklärungsversammlung – voraussichtlich Anfang 2022 – gehen kann.