Mit mehr Kommunikation zum klimagerechten Wald

Im 2020 beschlossenen Forsteinrichtungswerk für den Gemeindewald hat die Gemeinde als oberstes Ziel den klimagerechten Umbau des Gemeindewalds gesetzt. Baumarten wie Buche, Ahorn und Eiche und andere Mischbaumarten sollen künftig größere Fichtenbestände durchmischen, die angesichts der fortschreitenden Erderwärmung in einigen Jahrzehnten ohnehin vielerorts ausfallen werden.

Damit dieser Waldumbau – ohnehin eine Generationenaufgabe – gelingt, müssen alle im Wald tätigen Akteure mitwirken. Neben der Gemeinde als Waldbesitzer sind dies die Revierförster und auch die Jagdpächter. „Wir wollen den Umbau möglichst naturnah und damit auch kostengünstig voranbringen – Naturverjüngung ist hier das Mittel der Wahl“ erläutert Bürgermeister Reinhold Teufel. „Die funktioniert aber nur dann, wenn der Verbiss nicht zu hoch ist“.

Jagdreviere, in denen im Rahmen der alle drei Jahre erstellten forstlichen Gutachten ein erhöhter Verbiss festgestellt wurde, werden aktuell begangen. Neben dem Bürgermeister sind der Leiter des Forstbezirks Süd, Nils Drobny, Dr. Julia Schmitt vom Kreisforstamt und die beiden Revierförster Nicole Volk und Michael Bauer unterwegs, um vor Ort mit den Jagdpächter und den Vorständen der Holzgerechtigkeiten festgestellte Schäden und Möglichkeiten zur Schadensverhinderung zu besprechen.

Nicht nur beim Buchenvorbau, auch bei Fichten sind teilweise erhebliche Schäden festzustellen. Bei Buchen, die in jungen Jahren verbissen werden, besteht die Gefahr, dass sie – wenn sie doch eines Tages dem Äser der Rehe entwachsen – kein werthaltiges Holz ergeben, weil sie eben nicht gerade wachsen können. Für Fichten ist es nicht nur nachteilig, wenn der für das Wachstum wichtige Terminaltrieb an der Spitze abgefressen wird. Werden die Seitenäste abgefressen, fehlte dem Baum der „Motor“, um schnell aus der Gefahrenzone wachsen zu können.

Nach den ersten Treffen zieht Bürgermeister Reinhold Teufel ein positives Fazit: „Die Gespräche vor Ort sind für alle beteiligten ein Gewinn! Gemeinde und Holzgerechtigkeiten können den Jagdpächter ihre Ziele näher bringen, und wir können uns gleichzeitig darüber austauschen, was aus Sicht der Jäger Probleme bereitet“. Und eins machten vor allem die Forstfachleute deutlich: Eine bessere Kommunikation und der regelmäßige Austausch zwischen Waldbesitzer und Jäger bringen für alle Seiten nur Vorteile.

Auch bei der 2022 anstehenden Neuverpachtung aller Jagdbögen in der Gemeinde soll diese Zielsetzung berücksichtigt werden. „Mein Vorschlag an den Gemeinderat wird sein, bei der Jagdverpachtung nicht den letzten Euro zu herauszuholen, sondern möglichst gute Bedingungen für die Jagd zu ermöglichen – in der Erwartung, dass die Jagd dann auch so ausgeübt wird, dass möglichst wenig Verbissschäden entstehen. Davon haben die Gemeinde, die Privatwaldbesitzer und die örtlichen Holzkassen unter dem Strich mehr!“. Erreicht werden soll dies mit klaren Zielvorgaben, die dann auch jährlich überprüft werden können. Dies wären dann keine starren Abschusszahlen, sondern Vorgaben für die Regulierung des Wildbestands – ablesbar am feststellbaren Verbiss.