Gemeinderäte informieren sich über die Situation im Gemeindewald

Fast komplett war der Gemeinderat beim diesjährigen Waldtag. Revierförster Peter Ostertag informierte die Räte über die aktuelle Situation und über die Auswirkungen des Klimawandels.

Mit 365 Hektar (bei einer Gesamtwaldfläche auf der Gemarkung von 2.244 Hektar) ist der Pfronstetter Gemeindewald zwar vergleichsweise klein, die grundlegenden Probleme stellen sich aber unabhängig von der Waldgröße überall gleich dar: Der mehr und mehr spürbare Klimawandel stellt alle Waldbesitzer vor große Herausforderungen.

Peter Ostertag führte die Räte letztmals in seiner Eigenschaft als verantwortlicher Revierförster durch den Gemeindewald – ab dem kommenden Jahr wird er für den Staatswald im Gemeindebereich verantwortlich sein. Insbesondere für die neu gewählten Mitglieder des Gemeinderats war es hilfreich und spannend, Begriffe wie „Naturverjüngung“, „Wuchshüllen“ und „labile Bestände“ einmal vor Ort erläutert zu bekommen. Unterstützt durch Forstwirt-Azubi Christian zeigte der Förster ganz praktisch, wie waldbaulich gearbeitet wird.

An drei Standorten in den Bereichen Geisingen und Tigerfeld wurde die Weiterentwicklung der bisher Fichte-dominierten Bestände in stabilere Mischwaldbestände erfolgen soll. Im Gemeindewald wird bewusst auch auf die Eiche gesetzt. In früheren Jahrhunderten war diese Baumart deutlich stärker vorhanden als heute – viele Häuser mit Eichenbälken zeugen davon. Die Eiche wächst zwar deutlich langsamer als die Fichte und bringt deshalb auch weniger Gewinn, die kommt aber auch deutlich besser mit den klimatischen Bedingungen der Gegenwart und Zukunft zurecht.

Angesprochen wurde auch das Thema Borkenkäfer, speziell auch die Kritik mancher Bürger, hier werde zu wenig gegengesteuert. Ostertag machte deutlich, dass von den Bäumen, die vom Laien als krank oder abgestorben identifiziert werden können, keine Gefahr mehr ausgehe. Vielmehr gelte es die Bäume schnell zu entnehmen, die akut von Käfern befallen sind. Der beste Schutz für Waldbestände im Allgemeinen und Fichtenbestände im Besonderen besteht demnach darin, dass diese gut gepflegt und vor allem ausreichend durchforstet werden. Gut durchforstete Bestände sind deutlich widerstandsfähiger als enge Bestände, dies versucht die Forstverwaltung bei den Privatwaldtagen immer wieder deutlich zu machen.

Trotz des äußerst unwirtlichen Wetters konnten die Gemeinderäte viel über den Waldbau, aber auch über den Waldwegebau lernen. Das abschließende Mittagessen im trockenen und warmen Gasthaus Hirsch in Geisingen war jedenfalls wohl verdient.