Rasengräber auch in Tigerfeld

Auch der öffentliche Ortstermin auf dem Friedhof in Tigerfeld wurde sehr gut angenommen. Am Ende standen einvernehmliche Festlegungen für künftige Rasengrabfelder.

Der Gemeinderat hatte im Dezember grünes Licht für die Ausweisung von Rasengrabfelder gegeben. Rasengräber ermöglichen eine herkömmliche Erdbestattung, machen aber gleichzeitig die aufwändige Grabpflege während der Ruhezeit entbehrlich.

So könnten die Rasengräber in der Gemeinde Pfronstetten aussehen.

Der Gemeinderat hatte festgelegt, dass auch Rasengräber einen Grabstein bekommen müssen. Deren Größe orientiert sich an den „normalen“ Gräbern, um den Grabstein herum muss ein mit dem Rasenmäher befahrbarer Sockel vorhanden sein, um die Rasenpflege zu erleichtern. Dieser Sockel muss auf der Vorderseite mindestens 30 cm breit sein, darauf können dann Kerzen und kleinere Blumengebinde abgelegt werden.

Aus Platzgründen gibt es in Tigerfeld, wo auch die Verstorbenen aus dem Ortsteil Aichstetten beigesetzt werden, nur Reihengräber (Einzelgräber). Die Teilnehmer am Ortstermin, darunter Pfarrer Paul Zeller, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Egon Herter und mehrere Gemeinderäte, haben sich darauf verständigt, das im südöstlichen Teil des Friedhofs unlängst abgeräumte normale Reihengrabfeld künftig als Rasengrabfeld zu nutzen. Hier soll es dann ebenfalls nur Reihengräber geben.

Bürgermeister Reinhold Teufel hatte angeregt, die Belegung von Ost nach West vorzunehmen und deshalb die Grabsteine der Rasengräber und die der vorhandenen normalen Gräber „gegeneinander“ schauen zu lassen. Hier wollten die Teilnehmer aber die althergebrachte Praxis, dass alle Grabsteine in die selbe Richtung schauen, beibehalten. Somit würde die Belegung unmittelbar an die vorerst letzte Reihe des herkömmlichen Grabfelds anschließen. Die Abgrenzung der beiden Grabfelder soll entweder mit einer Granitpflasterzeile oder mit Granitplatten erfolgen, wie sie schon zur Einfassung der Pflasterflächen verwendet werden.

Außerdem äußerten die Teilnehmer den Wunsch, die unschöne Hecke gegenüber dem Kircheneingang zu entfernen und an dieser Stelle ein Urnengemeinschaftsgrab anzulegen. Urnengemeinschaftsgräber gibt es bereits in Huldstetten und in Pfronstetten, sie werden dort gut nachgefragt. Hier gibt es einen gemeinsamen Grabstein, auf dem dann Bronzetafeln mit den Daten der Verstorbenen angebracht werden. Die Urnen selbst werden in der Rasenfläche vor dem Grabstein bestattet, ohne dass ersichtlich bleibt, wo genau die jeweilige Urne liegt.

Die beim Ortstermin aufgenommenen Vorschläge müssen jetzt noch abschließend vom Pfarrgemeinderat St. Stephanus gebilligt werden, schließlich ist die Kirche Eigentümerin der Friedhofsfläche. Im Herbst könnte dann der Bauhof an die Umsetzung der Pläne gehen.

Einen drängenden Wunsch nahm Bürgermeister Reinhold Teufel dann noch mit auf seinen Weg zurück ins Rathaus: Die Beleuchtungssituation im Eingangsbereich zur Bundesstraße hin soll unbedingt verbessert werden. Hier läuft schon seit längerer Zeit eine Anfrage bei der Netze BW, mit der die Gemeinde bei der Straßenbeleuchtung zusammenarbeitet. Teufel versprach, hier etwas Druck zu machen.

Nachrichtlich: Die Kosten für die in Tigerfeld angesprochenen Bestattungsformen sind in der Gebührenordnung zur Friedhofssatzung der Gemeinde geregelt. Ein „normales“ Reihengrab (Erdbestattung) kostet demnach 550,00 €, ein vergleichbares Rasengrab würde 1.680,00 € kosten – hier würde aber der Pflegeaufwand für die zwanzigjährige Ruhezeit entfallen. Die Beisetzung im Urnengemeinschaftsgrab kostet 750,00 €, hier kommen die Kosten für die Einäscherung und die Bronzetafel mit den Daten der Verstorbenen noch dazu.